Häufige Fragen von Schweizer KMU
Alle Fragen und Antworten an einem Ort, sortiert nach Thema. Die Antworten zu Gesetzen nennen den Artikel, auf den sie sich stützen.
Über KMU Software Vergleich
Ist der Vergleich kostenlos?
Ja. Du bezahlst nichts und brauchst kein Konto. Vergleichen, filtern und die Empfehlung nutzen geht ohne Anmeldung.
Wie verdient ihr Geld?
Manche Anbieter zahlen uns eine Provision, wenn du über unseren Link ein Abo abschliesst. Für dich ändert sich der Preis dadurch nicht. Alle Details findest du auf unserer Transparenz-Seite.
Wie entsteht die Reihenfolge?
Nach unserem Score: Er zeigt, wie viele der wichtigen Kriterien einer Kategorie eine Lösung erfüllt, zum Beispiel MWST, QR-Rechnung oder Swissdec. Provisionen fliessen nicht ein. Du kannst auch nach Preis oder Bewertung sortieren.
Werden auch Anbieter ohne Partnerprogramm gezeigt?
Ja. Wir listen alle relevanten Lösungen für Schweizer KMU, auch wenn wir mit dem Anbieter nicht zusammenarbeiten.
Wie aktuell sind die Angaben?
Preise und Funktionen aller Anbieter haben wir am 26.10.2026 auf ihren Websites geprüft. Bei jedem Anbieter steht, welche Seiten wir genutzt haben. Was der Anbieter dort nicht angibt, steht als «Beim Anbieter anfragen». Wir prüfen die Angaben regelmässig und lassen sie von den Anbietern bestätigen.
Buchhaltung
Muss ich als Selbstständige oder Selbstständiger eine Buchhaltung führen?
Ja, aber nicht immer eine doppelte. AG, GmbH und andere juristische Personen müssen immer eine doppelte Buchhaltung führen. Einzelfirmen und Personengesellschaften mit weniger als CHF 500'000 Umsatz im letzten Geschäftsjahr dürfen eine einfache Buchhaltung über Einnahmen, Ausgaben und Vermögen führen (Art. 957 OR).
Wie lange muss ich Belege aufbewahren?
10 Jahre, gerechnet ab Ende des Geschäftsjahres (Art. 958f OR). Belege dürfen elektronisch aufbewahrt werden, wenn sie jederzeit wieder lesbar sind. Viele Buchhaltungsprogramme bieten dafür ein Archiv an.
Ab wann muss ich Mehrwertsteuer abrechnen?
Sobald dein Umsatz im Jahr CHF 100'000 oder mehr beträgt (Art. 10 MWSTG). Zählt wird der weltweite Umsatz aus steuerbaren Leistungen. Darunter kannst du dich freiwillig anmelden. Wenn du MWST-pflichtig bist, sollte deine Software die MWST-Abrechnung direkt erstellen.
Was kostet eine Buchhaltungssoftware?
Cloud-Lösungen kosten meist ein monatliches Abo, das von den gewählten Funktionen abhängt. Achte auf Zusatzkosten: Lohnmodul, Bankanbindung, zusätzliche Benutzer oder der Zugang für die Treuhänderin. Die aktuellen Preise siehst du in unserem Vergleich oben.
Brauche ich QR-Rechnung und eBill?
Die QR-Rechnung ist seit Oktober 2022 der Standard für Einzahlungsscheine in der Schweiz. Eine Buchhaltungssoftware für Schweizer KMU sollte sie deshalb erstellen können. eBill ist freiwillig, lohnt sich aber, wenn du viele Privatkunden hast. Über 4 Millionen Personen nutzen eBill.
Lohnbuchhaltung
Muss meine Lohnsoftware Swissdec-zertifiziert sein?
Gesetzlich nicht. Nur mit einer zertifizierten Software kannst du aber Löhne elektronisch an AHV-Ausgleichskasse, Suva bzw. Unfallversicherung, Steuerämter und das Bundesamt für Statistik melden. Das spart viel Zeit. Seit Juli 2026 braucht es dafür mindestens den Standard ELM 5.0.
Welche Abzüge berechnet eine Lohnsoftware?
Die üblichen Sozialversicherungen: AHV/IV/EO, Arbeitslosenversicherung (ALV), Pensionskasse (BVG), Nichtberufsunfall (NBU) und je nach Vertrag Krankentaggeld. Dazu kommt bei Bedarf die Quellensteuer. Gute Software übernimmt die neuen Sätze jedes Jahr automatisch.
Erstellt die Software auch den Lohnausweis?
Ja, das gehört zum Grundumfang jeder Schweizer Lohnsoftware. Der Lohnausweis (Formular 11) wird Ende Jahr aus den erfassten Löhnen erstellt und kann mit ELM direkt an die Steuerbehörden gehen.
Ab wie vielen Mitarbeitenden lohnt sich eine Lohnsoftware?
Schon ab der ersten Person kann sie sich lohnen, weil Abzüge, Lohnausweis und Jahresmeldungen sonst von Hand gemacht werden müssen. Für sehr kleine Firmen reicht oft ein Lohnmodul in der Buchhaltungssoftware.
Was ist ELM?
ELM heisst «Einheitliches Lohnmeldeverfahren». Damit schickst du die Lohndaten mit wenigen Klicks an alle Stellen gleichzeitig, statt an jede einzeln. Laut Suva sind rund 200 Empfänger angeschlossen.
Kassensysteme
Gibt es in der Schweiz eine Registrierkassenpflicht?
Nein, eine allgemeine Pflicht wie in Deutschland oder Österreich gibt es nicht. Bareinnahmen müssen aber lückenlos aufgezeichnet werden. Bei viel Bargeld ist ein Kassenbuch steuerrechtlich Pflicht, und die Aufzeichnungen sind 10 Jahre aufzubewahren. Ein Kassensystem erledigt das automatisch.
Kassensystem kaufen oder mieten?
Moderne Kassen laufen meist als Abo (App auf Tablet oder Kassenhardware). Das kostet monatlich, dafür sind Updates und Support inklusive. Bei klassischen Kassen zahlst du einmal mehr, musst aber Wartung und Updates separat rechnen.
Was kosten Kartenzahlungen?
Meist zahlst du eine Gebühr pro Transaktion, oft ein Prozentsatz des Betrags. Je nach Anbieter kommen Kosten für das Terminal oder eine Monatsgebühr dazu. Vergleiche die Gebühren mit deinem erwarteten Umsatz, denn bei vielen Zahlungen machen kleine Unterschiede viel aus.
Funktioniert die Kasse auch ohne Internet?
Das hängt vom System ab. Gute Kassen speichern Verkäufe offline und übertragen sie später. Für Restaurants, Marktstände oder Orte mit schlechtem Empfang ist das wichtig. Nutze den Filter «Funktioniert offline» oben.
Kann ich die Kasse mit meiner Buchhaltung verbinden?
Bei den meisten modernen Kassen ja, über eine Schnittstelle oder einen Export. Dann landen die Tagesumsätze direkt in der Buchhaltung und du sparst das Abtippen. Prüfe vor dem Kauf, ob deine Buchhaltungssoftware unterstützt wird.
Zeiterfassung
Ist Arbeitszeiterfassung in der Schweiz Pflicht?
Ja. Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden erfassen und den Behörden zeigen können (Art. 46 Arbeitsgesetz). Das gilt auch für kleine Firmen. Es gibt Ausnahmen, siehe unten.
Was genau muss erfasst werden?
Beginn, Ende und Dauer der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit inklusive Überstunden sowie Pausen ab einer halben Stunde (Art. 73 ArGV 1). Das Gesetz schreibt keine bestimmte Form vor, eine App macht es aber einfacher und fälschungssicherer.
Gibt es Ausnahmen?
Ja, zwei. Vereinfachte Erfassung: Wer seine Arbeitszeit zu mindestens 25 % selbst bestimmt, erfasst nur die tägliche Arbeitszeit. In Firmen unter 50 Mitarbeitenden reicht dafür eine schriftliche Vereinbarung mit der Person (Art. 73b ArGV 1). Ganz verzichten geht nur bei mindestens CHF 120'000 Jahreslohn, grosser Freiheit bei der Arbeitszeit und einem passenden Gesamtarbeitsvertrag (Art. 73a ArGV 1).
Wie lange muss ich die Zeitdaten aufbewahren?
Mindestens 5 Jahre nach Ablauf ihrer Gültigkeit. Die Behörden dürfen sie einsehen. Mit einer Software sind die Daten sicher gespeichert und schnell auffindbar.
Kann die Zeiterfassung Ferien und Absenzen verwalten?
Die meisten Lösungen ja: Ferienanträge, Krankheit, Feiertage und Ferienguthaben. Viele können die Stunden auch an die Lohnsoftware übergeben. Nutze die Filter oben, um passende Lösungen zu finden.
CRM
Was ist ein CRM und brauche ich eins?
Ein CRM (Customer Relationship Management) ist eine zentrale Kundendatenbank mit Kontakten, Offerten, E-Mails und Aufgaben. Es lohnt sich, sobald mehrere Personen mit denselben Kunden arbeiten oder du den Überblick über Anfragen und Offerten verlierst.
Darf ich Kundendaten in einer Cloud im Ausland speichern?
Ja, wenn die Daten dort angemessen geschützt sind. Das gilt laut Bundesrat zum Beispiel für EU- und EWR-Staaten und für US-Firmen, die nach dem Swiss-U.S. Data Privacy Framework zertifiziert sind. Sonst braucht es zusätzliche Verträge. Daten in der Schweiz machen es am einfachsten. Schliesse mit dem Anbieter immer einen Vertrag zur Auftragsbearbeitung ab.
Darf ich meinen Kunden Newsletter schicken?
Für Werbe-Mails brauchst du grundsätzlich die Einwilligung der Empfänger. Ausnahme: bestehende Kunden, deren Adresse du beim Kauf erhalten hast, für ähnliche Produkte. Jede Mail braucht eine einfache Abmeldemöglichkeit (Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG).
Was kostet ein CRM?
Die meisten CRM werden pro Benutzer und Monat abgerechnet. Einige haben einen Gratis-Einstieg für kleine Teams. Rechne aus, wie viele Personen Zugang brauchen, und achte darauf, welche Funktionen erst in teureren Paketen enthalten sind.
Kann ich das CRM mit E-Mail und Buchhaltung verbinden?
Meist ja. Die E-Mail-Integration speichert Nachrichten automatisch beim richtigen Kunden. Eine Verbindung zur Buchhaltung spart doppeltes Erfassen von Adressen und Rechnungen. Manche Schweizer Business-Software hat CRM und Buchhaltung schon in einem Programm.
ERP
Was ist der Unterschied zwischen ERP und Buchhaltungssoftware?
Eine Buchhaltungssoftware deckt Finanzen und Rechnungen ab. Ein ERP verbindet zusätzlich Aufträge, Einkauf, Lager und oft Lohn in einem System. Das lohnt sich vor allem, wenn du Waren verkaufst oder mehrere Abteilungen hast.
Wie lange müssen die Daten aufbewahrt werden?
Geschäftsbücher und Buchungsbelege 10 Jahre, gerechnet ab Ende des Geschäftsjahres (Art. 958f OR). Elektronisch ist erlaubt, wenn die Daten jederzeit wieder lesbar gemacht werden können. Kläre beim Wechsel des Systems, wie du alte Daten weiter lesen kannst.
Onlineshop
Ab wann muss ich mit dem Onlineshop MWST abrechnen?
Grundsätzlich ab CHF 100'000 Umsatz pro Jahr aus Leistungen im In- und Ausland (Art. 10 MWSTG). Darunter bist du von der Steuerpflicht befreit, kannst dich aber freiwillig anmelden. Allgemeine Info, für deinen Fall frag die ESTV oder deinen Treuhänder.
Worauf sollte ich bei Shop-Software in der Schweiz achten?
Auf Preise in CHF, gängige Zahlungsarten wie Karte und TWINT, eine Anbindung an deine Buchhaltung und darauf, wo die Kundendaten gespeichert werden. Im Vergleich siehst du diese Punkte als Kriterien.
Terminbuchung
Was gilt beim Datenschutz für Online-Termine?
Seit dem 1. September 2023 gilt in der Schweiz das totalrevidierte Datenschutzgesetz. Bei Terminbuchungen gibst du Namen, Kontaktdaten und oft den Grund des Termins an einen Anbieter weiter. Kläre, wo er die Daten speichert, und erwähne ihn in deiner Datenschutzerklärung. Für Praxen mit Gesundheitsdaten lohnt sich eine Lösung mit Daten in der Schweiz.
Lohnen sich automatische Erinnerungen?
Erinnerungen per E-Mail sind bei vielen Anbietern dabei, SMS können extra kosten. Welche Lösung was kann, siehst du im Vergleich unter «Automatische Erinnerungen».
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026. · Zuletzt aktualisiert: 10/2026Quellen: Gesetzestexte und offizielle Stellen